Wenn ich mir so überlege, dass ich die letzten 3 Jahre von meiner Familie verarscht, von meinen Freunden ausgelacht wurde, und sich jetzt herausstellt, dass sie recht hatten, weiß ich nicht recht, ob ich lachen oder weinen soll.
Unnötigerweise habe ich diese Beziehung imer verteidigt, habe mir gesagt, sie wissen es nicht besser, habe beschlossen, darüber hinwegzusehen, dass Menschen, die mir wichtig sind, und auf deren Meinung ich viel gebe, mich in dieser Hinsicht ganz und gar nicht verstehen. Ich habe gelitten, ich habe mir die unnötigsten und blödesten Kommentare angehört, ich habe mich verletzen lassen, von dem, den ich verteidigt habe.
Zusammengefasst kann man sagen, dass ich dumm war. Dumm und uneinsichtig. Dass ich an etwas geglaubt habe, was nicht da war, dass ich mir eingebildet habe, etwas zu sehen, das andere nicht sehen. Aber diese Einbildung war so real, dass es mir selbst nicht aufgefallen ist.
Ich habe mir eingeredet, nicht nur ich halte es am Laufen. Ich habe mir gesagt "Spring über deinen Schatten, sag es tut dir leid, verzeihe". Typisch Frau, habe ich die Schuld bei mir gesucht. Habe immer und immer wieder verziehen, in der Hoffnung, es würde besser werden. In der Hoffnung, es würde sich etwas ändern, ich würde nicht mehr verletzt werden.
Träume sind Schäume. Nichts davon ist eingetreten. Keine Besserung. Und dennoch, ich habe es immer und immer wieder getan, weiter und weiter. Habe mir gedacht, dass es eines Tages anders sein wird.
Jetzt, 3 Jahre später... 3 Jahre die ich nicht missen möchte, jetzt, 3 Jahre später stehe ich da und frage mich: Wozu? Ich habe gewartet, dass etwas passiert, habe auf eine Erklärung gehofft, oder auf eine Entschuldigung. Was bekomme ich stattdessen? Anschuldigungen, alles, nur kein Verständnis. Vielleicht hätte ich noch länger warten sollen, aber es wäre wohl nicht anders gelaufen. Man hätte getan, als wäre nichts passiert, hätte darüber hinweggesehen, wie üblich. Ich weiß nicht, was sich geändert hat, aber ich kann es nicht mehr. Schon das letzte mal, wollte ich es nicht mehr. Und dieses Mal... geht es nicht mehr.
Ehrlichkeit ist ein zweischneidiges Schwert. Sie ist gut, aber sie kann auch unglaublich weh tun. Ich werfe niemandem etwas vor, der mir gesagt hat, ich habe besseres verdient, oder niemand würde mich verstehen. Es war alles andere als angenehm, aber es war ehrlich. Ich habe mich dadurch auch nicht davon abhalten lassen, einfach weiter an etwas zu glauben, was nicht da war. Im Gegenteil: ich habe mich anschreien lassen, beschuldigen lassen, ich habe den Sündenbock gespielt, den Fußabtreter. Und ich habe es gern getan. Ich habe mich sogar so weit entwickelt, dass ich fast nichts mehr übel genommen habe.
Und jetzt, heute, 3 Jahre später sitze ich eben hier, heule mir im wahrsten Sinne des Wortes die Augen aus dem Kopf und frage mich, wie ich so dumm sein konnte. Wie ich so verblendet sein konnte, an etwas zu glauben, von dem mir alle gesagt haben, dass es nicht da ist. Ich frage mich, ob es meine Schuld ist. Ich lasse mir die Schuld geben und ein weiteres Mal fühle ich den Schmerz und die bittere Enttäuschung darüber, dass Uneinsichtigkeit und Unverständnis in mancher Leute Augen alles rechtfertigt. Ich werde weggestoßen, hinausgestoßen. Und ich habe keine Ambitionen mehr, wieder hineingelassen zu werden. Ich wünschte nur, ich könnte die 3 Jahre vergessen, all das Schöne und Lustige, das passiert ist, damit es mir nicht so weh tut, wenn mich irgendetwas daran erinnert.
Ich bereue es nicht. Nein. Ich bereue nur, dass es so endet. Frage mich, ob ich alles getan habe, ob ich nicht zu hart war, ob ich Fehler gemacht habe. Aber nachdem mir in der Seele herumgetrampelt wurde, Messer in der Brust herumgedreht und verbale Ohrfeigen verteilt wurden, will ich nur noch gehen. Ich will weglaufen, mich irgendwo verkriechen und Tage lang mit meinem Elend alleinegelassen werden, mir die Augen aus dam Kopf weinen, nichts essen, niemanden sehen.
Was mache ich stattdessen? Ich spiele heile Welt. So, wie ich es in den letzten 3 Jahren gelernt habe.