Geh-Tanken

If only we can have buttons for our lives...

Ich glaube nicht ans Schicksal. Ich glaube nicht an eine 50:50 Aufteilung der Menschheit, an Ying und Yang. Wie soll das... ganz ehrlich, wie soll das funktionieren. Schon seit ewigen Zeiten müssen manche Menschen immer auf der Strecke bleiben, weil es eben kein Schicksal gibt.
Nein, nein ich glaube es wirklich nicht. Wenn überhaupt, dann gibt es Zufälle, die als Schicksal ausgelegt werden. Schicksal ist etwas, für das niemand verantwortlich ist. Klar, dass die Menschheit es erfunden hat, denn wer will schon verantwortlich sein? Für weiß Gott was. Wer will sich schon eingestehen, Chancen vertan zu haben oder nicht am Limit gelebt zu haben, um möglichst viele von ihnen zu bekommen? Genau. Niemand. Wie schön also, dass sich irgendjemand mal das Wort Schicksal ausgedacht hat.
Die meisten Menschen haben wirklich verblendete Vorstellungen vom Leben. Vom Schicksal. Von großen Plänen hinter kleinen Zufällen. Und ich gebe dafür ausnahmsweise nicht all den Märchen die Schuld. Auch nicht der Gesellschaft, die uns immer wieder von neuen ach so tollen Schicksalen erzählt. Beim genaueren Betrachten wir einem nämlich sogar da klar, dass diese Geschichten meistens NICHT gut ausgehen. Schuld an der ganzen Vorstellung sind nur wir allein. Weil es angenehm ist, während dem Untätigsein daran zu denken, dass es, wenn es sein soll, schon passieren wird.
Nicht, dass ich nicht untätig bin, oder sein werde. Ich bin einfach untätig und finde mich damit ab, dass NICHTS sein wird. Ja. Das ist eine gute Einstellung. Nichts erwarten. Aber nicht, nichts erwarten mit dem Hintergedanken, dass dann was kommt. Einfach, schlicht und einfach untätig sein und mit einer Gleichgültigkeit in den Tag hineinleben und schauen was kommt. Ohne Hoffnung auf Besserung, weil wer weiß, vielleicht werden die nächsten 8 Jahre meines Lebens genau wie die letzten 8. Und dann wäre eine Hoffnung auf Besserung wohl deprimierend, weil sie sich nicht erfüllen würde.
Nicht, dass die letzten 8 Jahre allesamt schlecht waren. Nein, bestimmt nicht. Ich spreche nur von der Hoffnung, dass sie noch besser werden könnten (was in manchen Bereichen nicht schwer sein sollte, aber selbst da habe ich sie nicht).

Glück? Doch, ja. An Glück glaube ich schon. Und ich mag Glück, wirklich, auch wenn ich selten welches habe. Es heißt ja so schön "die Dummen haben immer das Glück". Und auch das musste ich in den letzten Jahren feststellen. Denn im Gegensatz zu anderen Leuten, musste ich mir meine Verdienste hart erarbeiten. Ohne Tricks, ohne Betrug. Und ich erinnere mich noch sehr genau an dieses Gefühl, andere Leute zu beobachten, während sie eine perfekte Show gespielter Überraschung lieferten. Das hat mich damals schon angekotzt, und das tut es heute auch noch. In einer gewissen Weise kotzt mich Glück gerade überhaupt an. Ich habe keine Lust auf gute Laune, keine Lust auf Spaß und schon gar keine Lust auf glückliche Menschen, bei denen gerade alles SO toll läuft.
Ich komme mir deswegen ja auch ein bisschen schlecht vor. Egozentrisch, egoistisch. Ich freue mich ja wirklich. Für manche freue ich mich wirklich. Na gut, ich will ehrlich sein. Für eine Person freue ich mich wirklich. Nein, für zwei. Aber der ganze verdammte Rest kann mir gestohlen bleiben. Warum? Ja, vielleicht bin ich schlecht darin, mir Fehler einzugestehen. Aber nach all den Jahren, in denen es immer schon so war, reicht es mir einfach, zu sehen, wie andere Menschen es einfach immer besser machen. Womöglich, weil dann dieses kleine, böse Versagergefühl aufkommt. Was ja auch irgendwie berechtigt ist.
Was ich im Moment will? Gar nichts. Ich will einfach nichts. Ich will meine Ruhe. Nichts sehen, nichts hören, nichts reden. Ich will einfach nicht mehr. Ich wünschte, ich könnte bestimmte Dinge rückgängig machen, die Zeit zurückdrehen, Dinge verhindern oder verändern. Weil ich gerade der Meinung bin, es ginge mir so besser.
Was ich schon lange loswerden will, ist, dass, entgegen der Meinung unglücklich Verliebter (blöder, nerviger Menschen, die mir mit ihrem ach gott wieso und blabla unangenehm auffallen) nicht "Die schlimmste Art jemanden zu vermissen, ist die, neben ihm zu sitzen und zu wissen, dass er nie dir gehören wird" gilt. Nein. Die schlimmste Art jemanden zu vermissen ist, zu wissen, dass er da, aber nicht mehr die Person ist, die man vermisst. Ein herzzerreißendes Gefühl, dass einem jeden Moment in dem man unachtsam daran denkt, zeigt, dass man ihm nicht standhalten kann.

Zur Zeit würde ich mein Leben gerne tauschen. Ein Leben voll trauriger Wiederholungen, voll Enttäuschungen und Sehnsucht, die nicht erfüllt werden kann (und das ist mit Abstand das aller Schlimmste daran). Ein Leben voller Entscheidungen, die einen wahnsinnig machen, voller Verarschungen und Fehler.
Das alles klingt sehr negativ. Depressiv bin ich nicht, nur deprimiert. Nur der Wunsch nach "raus hier" ist im Moment sehr laut. Es gibt auch positives. Nicht uneingeschränkt, weil auf Feiern wird man auch immer mit Glück konfrontiert. Glück, das mir in der jetztigen Situation wahrscheinlich Tränen in die Augen treibt, wie vor etwas mehr als einem Monat. Und ich freue mich trotzdem auf Feiern, auf Reisetrips, auf Blödsinn und auf Spaß. Denn bei einer einzigen Person bleibt die Zeit stehen und alles ist wie vor 5 Jahren, wo ich voon alledem noch nichts wusste.
Vor oder zurück. Irgendwas. Nur nicht hierbleiben.

Mordgelüste deluxe

Wortlos. Ich bin nicht in der Verfassung, einen Blogeintrag zu schreiben, wenn in mir gerade alles explodiert, zerspingt. Und das in einer scheinbar endlosen Schleife. Normalerweise hab ich keine Lust zu laufen. Aber jetzt gerade. Jetzt gerade muss es sein. Bevor ich anfange, wild um mich zu schlagen und Einrichtungsgegenstände zu zerstören.

Ich war noch nie besonders gut darin, auf ein Ende zu warten. Weil ich am Ende immer an den Anfang denke. Weil es deswegen dann schon während dem Warten weh tut, und nicht erst am Ende.
Gerade stehen zu viele Enden ins Haus. Ich sollte anfangen, Taschentücher zu horten.

Overflow Error

Wie deprimierend ist es eigentlich, mit einem Spezialgebiet fertig zu sein, und in der Minute drauf mit dem nächsten weiter machen zu müssen? Wie deprimierend ist das?

Sehr.

Wie deprimierend ist es eigentlich, Spezialgebiete schreiben zu müssen, wo man doch weiß, man sollte viel lieber Mathe lernen?

Sehr.

Wie deprimierend ist es eigentlich, zu Hause sitzen zu müssen, wo das Wetter doch so schön ist?

Sehr.

Wie deprimierend ist es eigentlich, zu wissen, dass man Ferien hat, aber härter arbeiten muss, als zur Schulzeit?

Sehr.

Wie deprimierend ist es eigentlich, zu wissen, dass am Wochenende Ostern ist, man aber keine Zeit für Ostern haben wird, weil man so viel zu tun hat?

Sehr.

Wie deprimierend ist es, dass man sich nicht einmal aufs Wochenende freuen kann, weil man da genauso viel arbeiten muss, wie davor?

Sehr.

Und wie deprimierend ist es eigentlich, dass Sonntag noch so weit weg ist?

Unheimlich.

Aber am meisten deprimiert mich gerade die Tatsache, dass ich solche Blogeinträge überhaupt schreiben muss >.<

It's like one of those bad dreams when you can't wake up